Berichte
Aufarbeitung der grünen MV1a 1



Gebaut wurde unsere grüne O&K 1955 bei der Firma Orenstein und Koppel im Werk Dortmund. Neu gelangte sie nach Holland, wo Feldbahnen meist eine Spur von 70cm haben. Dies macht einen breiteren Rahmen der Loks notwendig, damit die Spur eingestellt werden kann. Dank dem breiteren Rahmen konnte die Spur auch auf 75cm verbreitert werden. Nur so kam die Lok für die Ziegelei auch in Frage. Die Ziegelei hat die Lok bei der Firma MBA Schweiz am 20 Juli 1964 in Dübendorf als Occasion bestellt. Am 30.8.1964 traf die Lok in Landquart ein. Damals kostete sie 14000Fr. Nach dem elektrisches Licht und ein Anlasser nachgerüstet wurde ging die Lok als Streckenlok in Betrieb und holte ab da die Lehmzüge von der Grube in Igis ins Werk. Viele Jahre tat sie ihren Dienst, dabei war sie auch von Unfällen nicht verschont geblieben. Ende der 60er-Jahre stiess sie mit einem anderen Zug auf offener Strecke zusammen und wurde schwer beschädigt. Der vordere Puffer ist gebrochen, das Getriebe ging beinahe entzwei. Der Motor musste als Folge ausgewechselt werden und die Lok benötigte neue Achswellen. Nach der Reparatur bekam sie einen neuen 2 Zyl. Deutz Motor vom Typ F2L 514. Damit war die Lok bis kurz vor der endgültigen Betriebseinstellung im Juni 2003 noch im Einsatz. Irgendwann ist im laufe der Jahre auch dieser Motor kaputt gegangen. Als wir mit der Revision der Lok angefangen haben, dachten wir es sei mit einem grossen Service gemacht. Doch leider blockierte der Motor beim Drehen von Hand. So war für uns klar, dass wir Motor und Getriebe als Einheit ausbauen müssen. Hier hat uns Oliver Weder gezeigt wie das geht, eine Hilfe, die wir sehr schätzen!

So haben wir mit dem Zerlegen der Lok angefangen. Die Karosserie musste weg, der Tank, die Elektrik. Überall war nach Jahren im Betrieb klebriger Lehmstaub dran. Teilweise war der Staub schon richtig festgeklebt, und ging auch mit den Spachtel fast nicht mehr weg. Einige Vorteile bietet uns das Ganze dennoch; wir haben so die Möglichkeit die Lok bis ins Detail anzusehen. So sehen wir alle Bauteile der Lok mal im ausgebauten Zustand. Ausserdem können wir alles neu einstellen oder wo nötig Reparaturen machen. Auf diese Weise sind auch noch einige Schäden ans Tageslicht gekommen.



Positiv ist, dass die Kupplungen im Getriebe noch kurz vor der Abstellung der Lok gewechselt wurden. Dies erspart uns einiges an Aufwand und Kosten. Verschlissen sind dagegen aber die Kettenräder, über die Kraft vom Getriebe über Ketten an die Achsen weiter gegeben wird. Inzwischen haben wir zwei neue Ritzel anfertigen lassen, die bereits fertig zum Einbau sind.



Zurzeit fehlt es uns auf Grund anderer Projekte jedoch an Geld. Eine Spende für die Lok Reparatur nehmen wir gerne entgegen.

Wir haben aber die Zeit genutzt, das Getriebe haben wir bereits ein Stück weit wieder zusammen bauen können. Wir taten gut daran das Getriebe zu zerlegen, viele Schrauben hatten sich nach Jahren im Betrieb selbst gelockert. Die meisten Federringe, welche die Aufgabe haben, der Schraube zu einer Vorspannung zu verhelfen, sind beim Ausbau verbrochen. Wären solche Teile auf der Fahrt in die Zahnräder gekommen wäre das Getriebe wohl ganz kaputt.



Vielen Herzlichen Dank an Ueli Wenger, dass er uns gezeigt hat, wie man eine solche Kupplung überprüft. Nach dem die Kupplungen überprüft waren, haben wir das Getriebegehäuse vom Dreck befreit und dann angefangen alles wieder zusammen zu bauen. Dabei hat uns Hermi noch beim Problem mit dem Einstellen vom Differenzial geholfen. Die Lösung für das Problem war so einfach das wir viel zu weit gesucht haben. Die Welle auf dem Bild oben ist nun auch schon wieder eingebaut worden.



An diesem Punkt ruhen die Arbeiten momentan; Fortschritte werden wieder zu vermelden sein, sobald sich beim Motor eine Lösung abzeichnet.
FZL
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